Fritz
Sekretär und Familienvater (32)

„Wenn Pluto ein Hund und Micky eine Maus ist: Was ist dann Goofy?“

Über seinen Tisch geht jeder Brief, jedes Paket, jedes Fax und die meisten Emails. Fritz ist geborener Frankfurter und spricht Hessisch. Unter seinen Vorfahren finden sich beinahe sämtliche Nationalitäten Europas und daneben einige asiatische und arabische. In Fritz ist die Welt vereinigt, er ist ein multikultureller Gen-Cocktail und fühlt sich doch seit einigen Jahren der Stadt Hamburg (besser: seinem Viertel) in treuem Lokalpatriotismus verbunden. Er schimpft gerne mal auf Ausländer und meint damit alle, die nicht aus seinem Stadtteil kommen oder dort auf der falschen Straßenseite wohnen. Sein Viertel ist das Viertel, in dem auch die Redaktion des BLICK beheimatet ist.

Fritz’ Vater ist zur Hälfte Türke und zur Hälfte Schwede; seine Mutter ist halbe Deutsche und halbe Russin – und deren Vorfahren sind ebenso schwer zuzuordnen gewesen.

Fritz ist ein sympathischer Klugschwätzer, der überzeugt davon ist, sich in allem - wirklich in ALLEM - auszukennen und seine weisen Ratschläge stets ungefragt unters staunende Volk streut. Es ist schon erstaunlich, über was Fritz sich alles Gedanken macht und zu welchen Schlussfolgerungen er dabei kommt: „Wie konnten Adam und Eva eigentlich Großeltern werden, wenn sie doch nur Söhne hatten? Zellteilung?“ „Warum gibt die Nasa Millionen von Dollars für die Entwicklung eines Kugelschreibers aus, mit dem man im Weltall schreiben kann? Wenn es auch ein Bleichstift tut.“

Neben Annika hat Fritz als einziger aus der Redaktion eine intakte Familie, von der er gerne erzählt und die ihm oft als Erklärungsmodell für Probleme aller Art dient. Neben ihm und seiner Frau gibt es noch vier Kinder: Die zweijährigen Zwillingsmädchen, einen sechsjährigen Sohn und eine zehnjährige Tochter. Fritz liebt seine Familie und er liebt seinen Beruf.

Als Sekretär ist Fritz wirklich gut. Er geht voll in seiner Arbeit auf, fühlt sich nicht im Geringsten zu schade für eine Tätigkeit als Sekretär – warum auch? – und hat keinerlei Minderwertigkeitskomplexe gegenüber den Redakteuren. Mit keinem von denen würde er auch nur für eine Stunde tauschen wollen, denn er spürt, dass keiner von denen so glücklich ist, wie er selbst. Als Sekretär kann Fritz seine Neigungen (Reden, Weisheiten von sich geben) voll ausleben und seine Talente (Organisation, soziale Bindungen schaffen) entfalten. In der Redaktion hat er darüber hinaus die Funktion des Schwarzen Bretts inne – Fritz weiß fast immer alles, und wer eine Botschaft verbreiten möchte, vertraut sie am besten Fritz an und bittet ihn, sie für sich zu behalten.

Mit Annika versteht Fritz sich auf Anhieb, denn sie ist, genau wie er, ein Familienmensch, jemand, der sich kümmert und Wert legt auf ein intaktes soziales Umfeld. Fritz’ Umfeld besteht aus allen möglichen Menschen, die in jeder Lebenslage mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Zum Beispiel Leute, die UMTS-Handys zum halben Preis besorgen können oder der Schwager des Patenonkel der Zwillinge, der der einzige wirkliche Experte für die Reparatur der Klimaanlage ist.