| Langstreckenlauf | |||||||||||
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Die Lieder der CD: 1. Engel 2. Überm Meer 3. Du kommst damit nicht durch 4. Boot aus Schlaf 5. Leben bizarr 6. Deine Feuer 7. Explosion im Herz 8. Die Reise geht zu Ende 9. Sant Jordi 10. Ritter in er Not 11. So viel 12. Geld |
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| Gut Ding will Weile haben - Pressebericht aus Viva.de | |||||||||||
| Stefan Jürgens präsentiert seine erste reine Musikproduktion | |||||||||||
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Nein, ein Sprinter sei er noch nie gewesen. Im Gegenteil, er habe für alles immer bisschen länger gebraucht. "Schnell etwas erreichen, das war noch nie meine Sache." So hat es letzendlich auch 20 Jahre gedauert, bis Stefan Jürgens mit seiner ersten reinen musikalischen Platte an die Öffentlichkeit gehen konnte. Und das, obwohl er schon, seitdem er zwölf, 13 ist, Klavier spielt und Songs schreibt. "Ich habe mich vorher nie damit rausgetraut", erklärt der 40-jährige. Und auch zu "Langstreckenlauf" - so der Titel der CD, die jetzt erschienen ist - sei er mehr wie die "Jungfrau zum Kinde" gekommen. Der Drummer und Produzent Curt Cress war es, der den Schauspieler und Comedian überredete. "Ohne Wenn und Aber, ohne Verbindlichkeiten gingen für eine Woche ins Studio und probierten zwei , drei Nummern aus", erzählt Jürgens. Eine überaus "glückliche Entscheidung", wie er im Nachhinein findet. Heraus kam "Langstreckenlauf", und es überrascht nicht, dass der Name mit Bedacht gewählt worden ist. "Es ist ein sehr persönlicher Titel mit verschiedenen Assoziationen." Da ist zum einen das Bild es Lebens selbst als Langstreckenlauf, mit permanenter Bewegung drin. "In guten Zeiten ist alles hip und cool und klasse", sinniert der gebürtige Westfale. "Aber in schlechten Zeiten denke ich oft: Mir ist das alles zu schnell im Moment, ich komme derzeit nicht mehr mit." Wenn er sich dann auch noch an kurzen Zielen orientiere, "dann kann ich nur scheitern in solchen Momenten." Daher brauche er auch eher den langen Blick, der weiter in die Zukunft schaut. "Sobald ich mir sage, da ist ja das lange Ziel, und nichts wird mich davon abhalten, auch dieser Sturz nicht, dann kriege ich wieder Luft ins Leben und kann mir unterwegs ein Scheitern zugestehen." Wenn er mal wieder vom ständigen Bewegungsrausch des Lebens überfordert ist, ist es häufig die Musik, die Stefan Jürgens die notwendigen Atempausen verschafft. Seine Songs helfen ihm dann, "einfach einmal Ruhe zu haben, den Motor ein bisschen anzuhalten". Nachdenklich-melancholisch, von zarter Wehmut durchzogen, erfordern seine Lieder - denen stets persönlich erlebte Geschichten zugrundeliegen - denn auch viel Muße beim Zuhören. Den Spaßmacher Jürgens sucht man darin vergebens. Vielmehr zeigt er sich von einer ungewöhnlich ernsten Seite - die aber im Grunde seinem Naturell voll entspricht. Wer glaubt, ein Komödiant müsse auch im wirklichen Leben immer ein komischer Mensch sein, wird spätestens von Stefan Jürgens eines Besseren belehrt. "Bei manchen funktioniert das, die sind naturstoned und haben das Talent, die Welt einfach leicht zu nehmen", sagt er, und ganz leise klingt eine Spur von Neid mit. "Andere - und dazu gehöre ich garantiert - müssen sich die Leichtigkeit extrem erkämpfen, mit harter, schwerer Arbeit." Wobei er aber keineswegs ein Pessimist sei, betont er. "Vielleicht neige ich in vielen Situationen zur Skepsis. Doch auf die lange Sicht bin ich optimistisch. Ich glaube auch nicht daran, dass ich scheitere - oder ich will nicht daran glauben." Es sei wie eine Art Eigentest: "Man lässt sich in kleine Depressiva taumeln und zwingt sich gleichzeitig die Kraft ab, sich zu sagen: 'Das klappt schon'. Da ist er also wieder, der Langstreckenlauf, der für Stefan Jürgens zum Lebensmotto geworden ist. Der Ausdauer und Durchhaltevermögen abverlangt, der aber auch eine "gewisse Zähigkeit anerzieht, sodass man nicht gleich beim ersten Sturm weggeweht wird". Steht man diesem baumlangen Kerl gegenüber, glaubt man ihm das aufs Wort. Auf den ersten Blick ist er er Typ Mensch, der zum Anlehnen einlädt, stark, warmherzig und ungemein sympathisch. Doch dann ist da auch noch etwas erfrischend Jungenhaftes an Stefan Jürgens, das auch von seiner Ernsthaftigkeit nicht verborgen weren kann. Und das den Eindruck erweckt, dass er selbst manchmal eine starke Schulter zum Anlehnen braucht. Die findet er neben der Musik auch in seiner Familie, seiner Frau und seinen drei Kindern, mit denen er gerade von Ibiza nach Berlin gezogen ist. "Sie ist eine Trutzburg, das Entscheidende... das Entscheidende." Nicht in dem Sinne "meine Familie geht mir über alles", denn ohne seinen Beruf ginge es auch nicht. "Den brauche ich, um ich selbst zu sein. Aber im Zweifelsfalle kommt die Familie mit Abstand zuerst." Liebe, Wärme und Geborgenheit bekommt er da, was er trotz seines stressigen Berufs so gut wie möglich zurückzugeben versucht. Seine Kinder sollen "selbstbewusst und mitleidsfähig" sein, diese beiden Chrarakterzüge sind für Stefan Jürgens der Schlüssel für einen guten Umgang miteinander: "Selbstbewusstsein, sich nicht unterkriegen zu lassen, seinen eigenen Kopf zu haben und zu leben. Und gleichzeitig das Mitgefühl für die Menschen um sich herum zu haben." Für sich selbst wünscht Stefan Jürgens, "einfach gelassen" zu werden. Und daneben aber "die Lust zu behalten, berührbar, neugierig, angreifbar zu bleiben. Dass die Gefühle funktionieren, dass man trotz aller Erfahrung noch getoucht werden kann und nicht ins Zynische abdriftet." Auch so will er "Langstreckenlauf" verstanden wissen, die ja auch ein bisschen eine hoffnungsvolle Platte ist. Die ausdrückt, dass zwar eine Menge schief gehen kann, dass es sich aber ennoch lohnt. "Das Leben macht ja Spaß! Man muss nur dran bleiben." Schön langsam ..... |
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